Adrian Falkner. Hands
Eröffnung: Samstag 27. April 2019 17:00–20:00
4. Mai – 1. Juni 2019 Samstag 16:00–18:00

„Hands“ nennt Adrian Falkner eine Serie von Tuschezeichnungen auf Papier, die er seit 2017 in seinem künstlerischen Repertoire führt. Mit in Tusche getränktem Schwamm zieht er eine virtuose Linie in der Regel mit 5 Rotationen deren Anfang und Ende sich in einem Punkt treffen. Eine Interpretation der fünf Linien, als Verbildlichung einer Hand mit fünf Fingern, trifft es aber nicht.

Falkners Interesse an der Schrift hat sich in seinem Werk in den letzten Jahren verändert: Von ersten Markierungen im öffentlichen Raum über seine unverkennbaren Writings bis zur Anwendung von Schrift und Zeichen auf einer verstärkt konzeptuellen Ebene. Dabei verlor die komponierte Schrift für ihn an Bedeutung. Nicht mehr der gemalte Künstlername als konstruiertes Zeichen in einer Fläche ist dabei künstlerisches Thema, sondern mit der Serie „Hands“ thematisiert Adrian Falkner das Schreiben als Prozess der Abstraktion und als manuelle Geste des Ziehens von spontanen und konzipierten Linien.

Im Kontext von Autorschaft ist die Hand das Medium der Schrift. Das lateinische Wort „Stylus“ bedeutet sowohl individueller Schreibstil als auch Schreibgerät. Die Schrift hat ihr Spektrum erweitert und ist in den Raum vorgedrungen. Die Linie hat sich genealogisch vom blossen Hilfsmittel zu einer autonomen Kunstform entwickelt. In diese Tradition hat sich Adrian Falkner im öffentlichen Raum sowie im Bildraum eingeschrieben. Fortschreibung folgt.