Tanya Akhmetgalieva
Selected VideoWorks 2012-2019
Видеозавод
Opening, Friday 31 January 6pm

Tanya Akhmetgalieva, St. Petersburg, ВИДЕОЗАВОД,  SELECTED VIDEOWORKS 2012-2019.

Freitag, 31.1.2020, 18h, lotsremark Projekte, Klybeckstrasse 170 4057 Basel

Das Spiel allgemein oder die Beschäftigung des Spielens gilt als ein wesentlicher Schritt zur Entwicklung dessen, was man das Kreative nennt. Schöpferische Fähigkeiten stehen in engem Zusammenhang zum Spieltrieb – Homo ludens – Homo faber.

Die retrospektive Ausstellung zeigt Videos von Tanya Akhmetgalieva von 2012-2019 aus einer (post)sowjetischen Kindheit von Kemerovo (Sibirien) „Happy Childhood1,“ 2012 und ihrer Fortsetzung eines Spieltriebs vom Objekt zum Übergangsobjekt und wiederum zur Abstraktion und einer Systematisierung derer thematisiert „Flakes,“ 2017. Vom Vergnügungsareal in „A Day full of Hope,“ 2018/19, zum inneren Spielplatz einer Abstraktion gleich eines Motors einer Fabrikationsanlage einer Videofaktorey erfahren wir von Tanya Akhmetgalievas künstlerischem Spielverhalten. Von denen wir hier eine Auswahl präsentieren:

Collection de Cristaux, 2019. In collaboration with Nina Karlsson (sound) & Liza Bobkova. 2 min 31 sec

A Day full of Hope, 2018. Sound by Viktor Mazin. 9 min 4 sec

I see myself, I see myself, 2016. Sound by Viktor Mazin. 4 min 26 sec

Ghost Ship, 2017. Multiscreen installation

Love these fiery Moments, 2017. Sound by Viktor Mazin. 4 min 10 sec

Princess Nocturne, 2016. In collaboration with Viktor Mazin. Sound by Viktor Mazin. 7 min 17 sec

Fragile Island, 2015. Two-channel video installation. Sound by Viktor Mazin. 2 min 48 sec and 3 min 19 sec

Need to wake up, 2016. Sound by Viktor Mazin. 6 min 38 sec

White Daisy, 2015. Sound by Viktor Mazin. 4 min 40 sec

Heavenly Lake, 2015. Sound by Viktor Mazin. 5 min 31 sec. Trauma, 2010. Sound by Eugenia Emets. 3 min 4 sec

Toys (series of works) Disappearing Staircases, 2015. 4 min 28 sec. Paper, 2012. 3 min 25 sec

Synthetic Syndrome, 2012. In collaboration with Michi Muchina. Sound by Michi Muchina. 3 min 35 sec

Many Thanks to Pavel Kovalenko and Anton Safiulin

¹ Tanya Akhmetgalieva ist in der westsibirischen Stadt Kemerovo aufgewachsen. Ihre Kindheit fiel mit der Perestroika zusammen, einer Periode grundlegender Veränderungen der politischen, ökonomischen und ästhetischen Ordnung, in der Neues und Altes gleichzeitig in einer phantasmagorischen Realität existierten.

Das ganze Land befand sich in einem Zustand des Übergangs. Eine der lebendigsten Kindheitserinnerungen von Akhmetgalieva stammt aus dem Jahr 1991, dem Jahr des Zusammenbruchs der Sowjetunion.

Im Innenhof ihres Wohnblocks wurde ein ungewöhnlicher Spielplatz errichtet. Er war mit Figuren bevölkert, die aus Schrottrohren zusammengeschweißt wurden. Diese erwachsenen eisernen Kreaturen waren unrasiert, Zigaretten baumelten aus ihren Mündern, sie trugen „Adidas“ Kleidung und andere Symbole.

„Eine glückliche Kindheit,“ entspricht einem Ort der Lust und Verletzungen. Nachfragen ergaben, dass er von Insassen des Gefängnisses Nr. 5 via Strasse des Friedens auf die Plätze der Stadt herausgebracht und von Tanya Akhmetgalieva und ihren Kolleg*innen in den frühen 90-ern bespielt wurde. Kemerovos Gefängnisästhetik eroberte die innere und äussere Realität. Die Figuren und ihre Gespielinnen vom Spielplatz spielten die Vorhut eines Gefängnispantheons, das den öffentlichen Raum in Russland bevölkern sollte.