Tanya Akhmetgalieva
Selected VideoWorks
Видеозавод
February 1–9 2020

Tanya Akhmetgalieva, St. Petersburg, ВИДЕОЗАВОД

SELECTED VIDEOWORKS 2012–2019

Eröffnung: Freitag, 31.1.2020, 18h–20h, 1.–9. Februar Schaufensterprojektion.

Ausstellungsbesuche nach Vereinbarung. lotsremark Projekte, Klybeckstrasse 170, 4057 Basel

Tanya Akhmetgalieva kommt aus der westsibirischen Stadt Kemerovo. Ihre Kindheit fiel mit der Perestroika zusammen; einer Periode grundlegender Veränderungen der politischen, ökonomischen und ästhetischen Ordnung. Altes und Neues existierten gleichzeitig in einer phantasmagorischen Realität.

Die ehemalige Sowjetunion befand sich in einem Zustand des Übergangs. Eine noch lebendige Kindheitserinnerung der Künstlerin von 1991, ist aus dem Jahr des Zusammenbruchs des bestehenden Herrschaftssystems. Damals wurde im Innenhof ihres Wohnblocks ein Spielplatz errichtet. Er war mit Figuren bevölkert, die von den Insassen des Gefängnisses Nr. 5 zusammengeschweißt worden waren. Den eisernen Kreaturen baumelten Zigaretten aus ihren Mündern. Sie hatten „Statussymbole“ wie „Adidas“ Kleidung und andere.

„Happy Childhood“ (2012) erzählt die Geschichte dieses Ortes ihrer Kindheit. Im Video bespielt Tanya Akhmetgalieva diesen Ort der Lust und Verletzungen erneut. Im Gefängnis produziert wurden die Figuren über die Strasse des Friedens herausgebracht wo sie die Spielplätze bevölkerten. So eroberte Kemerovos Gefängnisästhetik die innere und äussere Realität und prägte drastisch den öffentlichen Raum. Sie spielten die Vorhut eines Gefängnispantheons, das den öffentlichen Raum in Russland bevölkern und einholen sollte.

Das Spiel allgemein oder die Beschäftigung des Spielens gilt als ein wesentlicher Schritt zur Entwicklung dessen, was man das Kreative nennt. Schöpferische Fähigkeiten stehen in engem Zusammenhang zum Spieltrieb eines Homo ludens respektive Homo faber. Dieses Spielerische dient als kreatives Prinzip und findet sich in unterschiedlichen Variationen auch in den anderen Videoarbeiten der Künstlerin. In „Flakes“ (2017) fängt sie das Flimmern das schwebenden Graphitstaubs im Raum ein. Und in „A Day full of Hope“ (2018/19) steht die Farbe und Abstraktion eines sich drehenden Karussells im Mittelpunkt.

Tanya Akhmetgalieva zeigt eine Auswahl der im Zeitraum 2012 bis 2019 entstandenen Videoarbeiten.

Als „Videofaktorey“ präsentieren wir:

Collection de Cristaux, 2019. In collaboration with Nina Karlsson (sound) & Liza Bobkova. 2 min 31 sec

A Day full of Hope, 2018. Sound by Viktor Mazin. 9 min 4 sec

I see myself, I see myself, 2016. Sound by Viktor Mazin. 4 min 26 sec

Ghost Ship, 2017. Multiscreen installation

Love these fiery Moments, 2017. Sound by Viktor Mazin. 4 min 10 sec

Princess Nocturne, 2016. In collaboration with Viktor Mazin. Sound by Viktor Mazin. 7 min 17 sec

Fragile Island, 2015. Two-channel video installation. Sound by Viktor Mazin. 2 min 48 sec and 3 min 19 sec

Need to wake up, 2016. Sound by Viktor Mazin. 6 min 38 sec

White Daisy, 2015. Sound by Viktor Mazin. 4 min 40 sec

Heavenly Lake, 2015. Sound by Viktor Mazin. 5 min 31 sec. Trauma, 2010. Sound by Eugenia Emets. 3 min 4 sec

Toys (series of works) Disappearing Staircases, 2015. 4 min 28 sec. Paper, 2012. 3 min 25 sec

Synthetic Syndrome, 2012. In collaboration with Michi Muchina. Sound by Michi Muchina. 3 min 35 sec

Спасибо to Pavel Kovalenko, Sergey Sinitsyn and Anton Safiulin.